Holl


Holl
Họll,
 
1) Elias, Baumeister, * Augsburg 28. 2. 1573, ✝ ebenda 6. 1. 1646; wurde nach seiner Lehrzeit bei seinem Vater Hans (* um 1512, ✝ 1594) 1596 Meister, 1602 »Stadtwerkmeister« (Stadtbaumeister) von Augsburg. Seine Bauten, die er alle in Augsburg errichtete, sind durch einen aus Formen des italienischen Frühbarocks (u. a. Einfluss A. Palladios) und einer Abwandlung der deutschen Giebelhausfassade entwickelten Baustil bestimmt, der den Baukörper symmetrisch gliedert und Außen- und Innenbau harmonisch verbindet. Nach dem Restitutionsedikt von 1629 verlor Holl als Protestant sein Amt.
 
 
E. H. u. das Augsburger Rathaus, hg. v. W. Baer, Ausst.-Kat. (1985);
 B. Roeck: E. H. (1985).
 
 2) Karl, evangelischer Theologe, * Tübingen 15. 5. 1866, ✝ Berlin 23. 5. 1926; ab 1901 Professor für Kirchengeschichte in Tübingen, ab 1906 in Berlin. Bedeutend v. a. durch seine Lutherforschung.
 
Werke: Enthusiasmus und Bußgewalt beim griechischen Mönchtum (1898); Gesammelte Aufsätze zur Kirchengeschichteen, 3 Bände (1921-28).
 
 3) [hɔl], Steven, amerikanischer Architekt, * Bremerton (Washington) 9. 12. 1947; studierte an der University of Washington, in Rom und an der Architectural Association in London; eröffnete 1976 ein eigenes Büro in New York. Holl hat eine Vorliebe für strenge geometrische und stereometrische Formen, deren spannungsreiche Komposition durch Aussparungen, Durchbrüche und Leerstellen plastischer Volumina entstehen lässt. Er nahm mit viel beachteten Projekten an zahlreichen internationalen Wettbewerben teil. In Europa wurde er u. a. durch seine Entwürfe für die Porta Vittoria in Mailand (1986), den Palazzo del Cinema in Venedig (1990), die Amerika-Gedenk-Bibliothek in Berlin (1988), die Grossacher-Siedlung in Zollikerberg bei Zürich (1993) und das Museum für zeitgenössische Kunst in Helsinki (Eröffnung 1998 geplant) bekannt.
 
Weitere Werke: Hybrid Building in Seaside (Fla.), 1984-88; Wohnüberbauung innerhalb des Nexus World Projektes in Fukuoka, 1989-91; Stretto House in Dallas, 1989-92; Wohnkomplex in Makuhari an der Tokio Bay, 1996 fertig gestellt.
 
 
— Architekten S. H., bearb. von U. Stark (1994);
 S. H., hg. v. M. Jaques, Ausst.-Kat. »Arc en Rêve, «Centre d'Architecture Bordeaux (Zürich 21994);
 
El Croquis, Bd. 78: S. H. 1986—1996 (1996, engl. u. span.).

Universal-Lexikon. 2012.